Kindergartengruppe Christophorus - Unsere Woche
 
  Ein Gang durch die Woche
Es gilt, das Leben im Kindergarten so zu gestalten, dass das Kind durch Teilhabe an diesem Leben lernt.

Durch Tätigkeiten des Mitvollzuges erschließen sich dem Kind Zusammenhänge und zwar nicht durch Erklärungen, aber durch die Logik des Erzieherhandelns. Dazu dienen zum einen praktische Tätigkeiten, zum anderen künstlerische Tätigkeiten, die sich folgendermaßen auf die Woche verteilen:

 
 


Montag: Waldtag

Am Montag, zu Beginn der Woche, lassen sich bei unserem Waldtag alle aufregenden Wochenenderlebnisse verarbeiten. Wir marschieren nach dem Morgenkreis, bepackt mit unserem Rucksack, in den nahen Wald. Dort bleiben wir bis zum Schluss. Wir können hautnah die Natur mit ihren jahreszeitlichen Veränderungen und die vier Elemente erleben. Die Natur wird mit allen Sinnen wahrgenommen. Nach der Wanderung zu unserem „Hexenhäusle“ können wir in der Hütte oder am warmen Lagerfeuer unser Vesper genießen. Danach werden im Wald Zwergenreiche gebaut, Schätze gesucht, geschnitzt. Vor allem suchen wir neues Holz für das nächste Lagerfeuer und schichten es unter dem Dach zum Trocknen auf. Bevor wir zurückwandern, räumen wir unseren Waldplatz wieder auf und freuen uns auf die nächste Woche.

 



 


Dienstag: Kneten mit Bienenwachs
Durch das Kneten mit Bienenwachs werden die Gestaltkräfte und der Wärmeorganismus, sowie der Tastsinn des Kindes angeregt. Begleitet vom Bienenwachsduft lädt es das Kind zu schöpferischem, gestalterischem Tun ein. Auch hier steht der kreative Prozess im Vordergrund, nicht das Ergebnis.

 


Mittwoch: Eurythmie

Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die Sprache oder Musik sichtbar macht. Frau Müser, Eurythmistin aus Freiburg, führt unsere Kinder mit Versen, Geschichten und Sprüchen tänzerisch in eine mit Gebärden geformte Bewegung. Dadurch wird eine ganzheitliche Entwicklung des Kindes - Körper, Geist und Seele - durch Bewegung und Sprache angeregt.


 


Donnerstag: Malen mit Pflanzenfarben

Das Malen mit Pflanzenfarben in der „Nass-in-Nass“-Technik bringt Freude an der Farbbewegung, an der Verwandlung und am Mischen der Farben. Das freie Malen regt die Fantasie an, das Benutzen von Pflanzenfarben tut Seele und Augen gut. Das Anrühren der Pflanzenfarben macht Prozesse durchschaubar und das Kind kann sinnvoll in der Nachahmung tätig werden. Der Prozess der Zubereitung und des Malens stehen im Vordergrund, nicht das Ergebnis.


 


Freitag: Aufräumen
Am Freitag räumen wir Zimmer und Garten gründlich auf. Spielmaterial wird sortiert, Regale werden abgewaschen und frisch eingeräumt, Pflanzen gegossen und ihre Blätter abgewischt usw. im Garten werden Sandelsachen gewaschen und der Platz geharkt.
Eine wohltuende Ordnung wird hergestellt, die neue Woche kann beginnen.

Bei den praktischen Tätigkeiten ist uns folgendes wichtig:

Die Kinder sollen Erwachsene sinnvoll tätig erleben, Prozesse sollen durchschaubar, Handlungsabläufe nachvollziehbar gemacht werden. Das Vorbild der Erzieherin soll das Kind zur Nachahmung anregen, Handhabbarkeit und Selbstständigkeit sollen geschult werden.


 


Beispiel: Essenszubereitung

 

Montag: Rucksackvesper


 

Dienstag: Gemüsesuppe mit Knäckebrot
Gemüse wird gewaschen und abgebürstet, bevor es geschält und klein geschnitten in den Topf kommt. Während alles kocht, bestreichen wir die Knäckebrote mit Butter.

 
 

Mittwoch: Butterbrote mit Gemüsestifte
Gemüse wird gewaschen, geschält und in Scheiben oder Stifte geschnitten, bevor es in kleine Schüsseln verteilt wird.

 
  Donnerstag: Griesbrei
Bevor wir den Grießbrei zubereiten können, holen wir frische Milch vom Bauernhof bei uns im Dorf. Mit Bollerwagen und Milchkannen ziehen wir fröhlich durch den Ort. Am Bauernhof angekommen wird als erstes der Hofhund begrüßt. Auch dem Kuhstall wird ein Besuch abgestattet, die kleinen Kälbchen gestreichelt oder mit frischem Gras oder Heu gefüttert. Wenn die Kannen gefüllt sind, geht’s wieder zurück. Nun wird der Grießbrei gekocht, Äpfel werden klein geschnitten und dazu gereicht.
 
  Freitag: Gebackenes mit selbst gemachter Marmelade
Am Freitag backen wir mit den Kindern frische Brötchen. Mehl wird abgewogen, gesiebt und mit all den anderen Zutaten gemischt. Nun heißt es kräftig kneten, bevor die Brötchen geformt werden können. Dann werden sie aufs Backblech gelegt, mit Ei bestrichen und in den Backofen geschoben. Bald zieht feiner Duft durch den Raum.
 

Bei den Zutaten aller Mahlzeiten achten wir auf vollwertige und größtenteils biologisch erzeugte Lebensmittel. Außerdem nehmen wir auf evt. Allergien und Unverträglichkeiten Rücksicht.


Bevor wir mit den Mahlzeiten beginnen können, muss der Raum umgeräumt werden. Mit der Hilfe der Kinder werden Tische zusammengestellt, Holzböcke hergetragen, auf die wir eine Tischplatte legen, Stühle aufgestellt und der Tisch der Jahreszeit entsprechend geschmückt.

Wenn alle Kinder einen Platz gefunden haben, zählen wir, wie viele da sind, um anschließend entsprechend viel Geschirr und Besteck aus den Schränken holen zu können.

Damit die Kinder den Tisch so selbstständig wie möglich decken können, ist Geschirr und Besteck in den Schränken so aufbewahrt, dass sie es sich selbst holen können.

Auch bei der Essensausgabe und beim Getränke einschenken werden die Kinder miteinbezogen.

Während des Essens pflegen wir eine ruhige und gemütliche Tischatmosphäre, bei der gute und persönliche Gespräche mit den Kindern geführt werden können.

Ebenso wie das Tisch decken gehört das Tisch abräumen zu einer guten Gewohnheit. Ein Teil der Kinder hilft beim Geschirr abräumen und Tisch abwischen. Danach wird der Raum für den Abschlusskreis wieder umgestaltet und gefegt.